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Das Opferfest


Das Opferfest 12.09.2016

Geehrte Gläubige, die zu dieser gesegneten Zeit das Haus Allahs gefüllt haben! Sei ihr Fest gesegnet.
Unendlicher Dank sei Allah, dem Erhabenen, der uns diesen gnadenreichen und segensreichen Morgen des Festtages erleben lassen hat, an dem Zuwendung geschenkt wird, die Empfindungen der Einheit, Eintracht und Geschwisterlichkeit verfestigt werden.

Frieden sei auf Abraham (s), der mit seiner Treue die Freundschaft Allahs erlangte; Frieden sei auf Ismail (s), der sich dem göttlichen Gebot hingab und Frieden sei auf Muhammed (s), der als Barmherzigkeit für alle Welten gesandt wurde.

Meine verehrten Geschwister!
Im rezitierten gnadenreichen Vers sagt der Erhabene Allah: “Sag: Gewiß, mein Gebet und mein (Schlacht)opfer, mein Leben und mein Sterben gehören Allah, dem Herrn der Weltenbewohner.”1
Im zitierten Hadis sagte unser geliebter Prophet (s): “Brecht [unter Verwandten] die Beziehung zueinander nicht ab! Kehrt euch nicht den Rücken zu! Hegt gegeneinander keinen Hass! Beneidet einander nicht! Seit Geschwister wie Allah es euch gebietet!”2

Meine geehrten Geschwister!
Feste sind Tage, die uns selbst mit unseren Gottesgedenken in Form von Takbirat, Tahlilat, Tasbihat, Talbiya sowie Bittgebeten das Bewusstsein der Einheit (Tauhid) beimpfen. Sowie sind sie gesegnete Tage, die unser eigenes Selbst erneuern, unseren Geist vitalisieren, unser Ego läutern und unseren Glauben aufmuntern.

Die Festtage des Opferfestes sind gesegnete Tage, an denen die nach Mekka zu den gesegneten Orten gepilgerten Hadschi´s die Erinnerungen von den Propheten Adam (s), Abraham (s), Ismail (s) und Muhammed (s) durchleben und Teil ihrer segensreichen Einladung werden mit den Rufen: „Labbayk, Allahumma labbayk! […]“: „Hier bin ich o Allah! Ich stehe Dir zu Diensten!”
Aus dieser Sicht sind diese Tage solche Tage, an denen die Entschlossenheit und Enschiedenheit von Abraham (s), sowie die Geduld und Hingabe von Ismail (s) begriffen wird.

Diese Tage sind wertvolle und gesegnete Zeiten, an denen wir gleichzeitig unsere dargebotenen Opfer als ein Ausdruck unseres Dankes für die von Allah geschenkten Gaben mit unseren Nachbarn und den Bedürftigen teilen.

Meine verehrten Geschwister!
Feste sind Geschwisterlichkeits- und Freudenzeiten, die uns während unserer Lebensreise von Allah geschenkt werden. An diesen Tagen sollten die Gläubigen die Friedensbotschaft des Islam besser erfassen und entsprechend des Prinzips “Die Gläubigen sind doch Brüder.” das Bewusstsein der Geschwisterlichkeit und Gemeinschaft (Umma) erlangen und die Gläubigen sollten sich in Form einer einzigen Einheit und eines einzigen Körpers vereinen.

Das gegenseitige Gratulieren an den Festtagen sind bester Anlass, unsere Empfindungen der Einheit, Eintracht und Geschwisterlichkeit zu verfestigen.
Aus diesem Grund sollten wir mit der Festtagsgratulation bei unseren Familienmitgliedern, unseren Verwandten und Nachbarn beginnen. Die Kranken und Alten sollten besucht werden und ihre wohlwollenden Bittgebete sollten erwirkt werden. Auch die hiesige Gesellschaft sollte mit der Freude und Begeisterung des Festes bekannt gemacht werden.

Wenn wir unsere Kinder beschenken, sollten wir uns auch bitte an die Halb- und Vollwaisen erinnern, die keine Eltern haben, die sie beschenken können. Lassen sie uns darin bemühen, dass wir unseren nach Deutschand geflüchteten Geschwistern auch das Gefühl des Festes miterleben lassen, die wegen Unannehmlichkeiten ihre Länder verlassen mussten.

In diesem Sinne gratuliere ich nochmals zu ihrem Opferfest und wünsche von Allah, dass es vor allem der islamischen Welt und unserer Welt Frieden und Wohlbehagen bescheren möge.

Yasin Doğru
Religionsbeauftragter,
Gelsenkirchen Horst Mevlana Moschee

1 En’âm, 6/162
2 Müslim, Birr ve Sıla, 30